Joana Fischer (Miami)

 

Geboren 1985 in Ahlen. 2010 BA in Kunst, Kunstakademie Münster. Studium bei Prof. I. Hohenbüchler und Prof. S. Kinoshita. 2008/09 Erasmus-Stipendium und Stipendium des Deutsch-Französischen Jugendwerks, Kunsthochschule von Aixen-Provence. Arbeiten in privaten Sammlungen in Deutschland und den USA. Ausstellungen in Galerien in Florida und Deutschland sowie auf Kunstmessen in Miami. Kürzliche Gruppenausstellungen im Museum von Coral Gables und im Baker Museum in Naples, Florida. Derzeit “Artist in Residence” im Bakehouse Art Complex, Miami. “Die Bilderwelt meiner collagenartigen Zeichnungen decken miteinander verwobene, suggestive Traumlandschaften auf und hinterfragen umweltpolitische und existenzielle Themen. Filigrane Fragmente werden aus ihrem Zusammenhang herausgelöst und zu etwas Neuem zusammengesetzt:

Urbanismus und Natur, Innenansichten und Außenansichten, bestimmte und unbestimmte Plätze, Nähe und Ferne, Stille und Unruhe, Überlagerungen und Freilassungen, Auflösungen und Sehnsüchte, Leichtigkeit und Selbstversunkenheit.”

 

Emil Herker (Graz)

 

 

 
Emil Herker, 1966 geboren in Österreich, lebt und arbeitet in Graz und Hongkong. In seinen Bildwelten, die in vermeintlich hyperrealistischer Malweise – weil ebenso akribisch gearbeitet – entstehen, gibt es keine Wirklichkeit. Dem fotorealistischen Ansatz, wonach das gemalte Bild der Abbildung des Sujets im Ergebnis eins zu eins entsprechen müsse, konnte er schon deshalb nie folgen, weil dieser zwar hohes technisches Niveau erfordert, gleichwohl jedoch einer kreativen und lustvollen Malweise entgegen steht. Die Malerin Franziska Maderthaner prägte für solche Fleißarbeit einmal den schönen Begriff “Beamtenmalerei”. In Herkers Bildern gibt es jedoch sehr wohl eine zweite Wirklichkeit; nämlich die der Markennamen und Logos auf Verpackungen, die uns nicht nur auf den letzten Metern zur Supermarktkasse knallbunt und gerne überdimensioniert präsentiert werden und die oft mäßige Quantität und Qualität des Inhalts verschleiern.

Diese Verspiegelung der Wahrnehmung wird in Herkers Gemälden noch verstärkt, indem er Objekte teils stark überhöht darstellt und sie uns oft durch Gläser betrachten lässt. Meist runde Trinkgläser oder Flaschen, in all ihren Facetten und Spiegelungen so selbstverständlich in einer Art und Weise malerisch dargestellt, wie sie sicher kein Fotograf wirkungsvoller würde abbilden können. Meist zurückhaltend, ja unaufdringlich und doch sehr präsent ins Bild gesetzt, spiegeln sie nie was sich dahinter befindet, sondern immer den entsprechend verzerrten Vordergrund – die zweite Wirklichkeit eben. (Klaus-D. Brennecke)